Wir hatten auf dieser Homepage mehrfach - zuletzt am 22.08.2025 - darüber berichtet, wie es um die ärztliche Versorgung in Hohenlockstedt bestellt ist. Die Bestandsaufnahme ergab kein so positives Bild, aber aufgrund verschiedener Aktivitäten bestand durchaus die Hoffnung, dass sich die Situation verbessert. Und dies ist jetzt durch den Einstieg eines zusätzlichen Arztes in die Gemeinschaftspraxis Arkadi und Lubov Isaak auch geschehen.
Die Norddeutsche Rundschau berichtete in ihrer Ausgabe vom 23.01.2026 hierüber wie folgt:
Ein neuer Arzt für Hohenlockstedt
„Schön, dass Sie da sind.“ Mit diesen Worten hieß Bürgermeister Wolfgang Wein den neuen Allgemeinmediziner Mohammad Abdi im Hohenlockstedter Rathaus jetzt offiziell willkommen. Auch der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Klein zeigte sich erleichtert und stellte zufrieden fest: „Jetzt haben wir eine Baustelle weniger.“ Die Freude ist groß bei den Menschen in und um Hohenlockstedt, denn die Gemeinde kann sich endlich über eine spürbare Entlastung in der medizinischen Versorgung freuen.
Weg führte über Ärztegenossenschaft
Der 32-jährige Mohammad Abdi verstärkt als Allgemeinmediziner die im Obergeschoss des Rathauses in der Kieler Straße ansässige Gemeinschaftspraxis der Fachärzte für Allgemeinmedizin Arkadi und Lubow Isaak. Den Weg nach Hohenlockstedt fand er über die Ärztegenossenschaft. Mit seinem Einstieg stehen der Praxis nun dringend benötigte zusätzliche Kapazitäten in der hausärztlichen Betreuung zur Verfügung – ein wichtiger Schritt für die medizinische Versorgung vor Ort.
Sein Medizinstudium absolvierte Abdi in Jordanien. Nach dem Abschluss entschied er sich bewusst dafür, seine ärztliche Laufbahn in Deutschland fortzusetzen. Hier durchlief er die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner und sammelte Erfahrungen in mehreren Kliniken, in denen er in unterschiedlichen Fachbereichen tätig war. Diese vielseitige Ausbildung kommt nun den Patienten in Hohenlockstedt zugute.
Der in Aukrug (Kreis Rendsburg-Eckernförde) lebende Mediziner hat sich für seine neue Tätigkeit zunächst ein klares Ziel gesetzt: „Erst einmal möchte ich meine Patienten kennenlernen“, erklärt Abdi. Zudem stehe für ihn aktuell auch die persönliche Stabilität im Vordergrund. „Ich werde im April Vater“, sagt er erfreut.
60.000 Euro in die Suche investiert
Die personelle Verstärkung ist für die Gemeinde von großer Bedeutung. In den vergangenen Jahren war die Nachfrage nach hausärztlicher Versorgung stark gestiegen. Die seit 2012 in Hohenlockstedt ansässigen Hausärzte hatten zuletzt keine freien Kapazitäten mehr, was für viele Bürger mit längeren Wartezeiten und Aufnahmestopps verbunden war. Über einen langen Zeitraum habe die Gemeindevertretung daher intensiv nach Lösungen gesucht, um die medizinische Versorgung sicherzustellen, erläutert Bürgermeister Wein. „Rund 60.000 Euro haben wir unter anderem in Werbung, Fachberatungen und in die Suche nach einem weiteren Arzt investiert“, so Wein. Sogar eine Arbeitsgruppe mit dem Titel „Ärztliche Versorgung“ wurde ins Leben gerufen. Diese werde auch künftig weiterarbeiten, um zusätzliche Ideen und Perspektiven zu entwickeln, betont der stellvertretende Bürgermeister Dieter Thara. Die Gewinnung eines weiteren qualifizierten Arztes sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft Hohenlockstedts und ein starkes Signal für den ländlichen Raum. Grund genug, sich auch weiterhin um Alternativen zu bemühen.
Auch Arkadi Isaak sieht noch Entwicklungsmöglichkeiten. „Unsere über 230 Quadratmeter große Praxis mit drei Arztzimmern und mehreren Behandlungsräumen ist noch weiter ausbaufähig“, erklärt er und kann sich perspektivisch auch einen weiteren Mediziner in der Praxis vorstellen. Zugleich zeigt er sich dankbar, dass sich mit dem Einstieg von Mohammad Abdi die ärztliche Situation und Versorgung schon jetzt deutlich verbessert habe.
Wichtig sei eine verlässliche Versorgung
„Für die Bürger ist die Verstärkung der Praxis immens wichtig“, sagt Jürgen Klein. Eine verlässliche hausärztliche Betreuung, kurze Wege und die Möglichkeit, wieder neue Patienten aufzunehmen, würden wesentlich zur Lebensqualität in der Gemeinde beitragen. Gerade für ältere Menschen und Familien sei eine gut erreichbare medizinische Versorgung unverzichtbar.
Kristina Mehlert, Norddeutsche Rundschau

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